Papiermühle Zwönitz

Pappen für Sitzmöbel und Schuhsohlen

Wieder einmal kommen wir zu spät. Die Anreise aus nördlicher Richtung war zum Hindernisrennen mit Umleitungen, verpasstem Links- oder Rechtsabbiegen, Fahrspureinengungen und so weiter geworden. Jetzt rollen wir endlich auf einen etwas außerhalb des eigentlichen Zentrums der Stadt Zwönitz gelegenen Hof. Sorgfältig gepflastert liegt er innerhalb eines Gebäudekomplexes aus sehr altem, kenntnisreich restauriertem Fachwerk. Die Häuser drücken sich an einem Berghang. Das an einen Vierseithof erinnernde Ensemble ist bis auf einige auf dem sauber gepflegten Hof parkende Autos leer. Wir waren telefonisch angemeldet und hatten gemeint, auf eine Besuchergruppe zu stoßen. Aber es ist nichts zu hören außer dem Rauschen des Mühlbachs, der unmittelbar hinterm Haus entlang fließt. Weiterlesen

Leipzig und Wien: Beethoven-Plastik und Beethoven-Fries

„Nein“, sagt der Aufsichtsführende leise, „sie fotografieren hier nicht“.

Der Aufsichtsführende ist der einzige Mensch, den ich im untersten Ausstellungsraum der Wiener „Secession“ treffe, nachdem ich in dem weltberühmten Kunsttempel über eine schmale Stiegen in den Keller gelangt bin. Hier unten ist der von Gustav Klimt geschaffene legendäre Wandfries im Original zu sehn. Vor zehn Jahren hatten viele kluge Leute in Leipzig seinen Namen im Mund geführt, als es um den dortigen Museumsneubau und den nicht ganz freiwilligen Umzug von Max Klingers Beethoven-Plastik vom Gewandhaus in den neuen Standort am Sachsenplatz ging. Weiterlesen

Sächsischer Staatspreis für Design: Anmeldeschluss am 3. August 2012

Noch bis zum 3. August können sich Kreative um den „Staatspreis für Design 2012“ bewerben. Insgesamt sind Preisgelder in Höhe von 50.000 Euro ausgelobt. Zielgruppe des Preises sind kleine und mittlere sächsische Unternehmen als Auftraggeber sowie Designer und Gestalter.

Bis heute sind in den drei Kategorien Produkt-, Kommunikations- und Nachwuchsdesign 121 Bewerbungen eingegangen. Damit liegt die Resonanz höher als bei der Auslobung des Sächsischen Staatspreises für Design 2009. Weiterlesen

Zwischen Bergbau, Kunst und Sanierung

Wismut-Schau ab 24. März auf Schloss Voigtsberg

Unumstritten sind sie ja beileibe nicht: die Kunstbestände der Wismut gelten als größte Unternehmenssammlung in Deutschland. Dass allerdings mehr als ideologisch geprägte Kunstwerke ab 24. März auf Schloss Voigtsberg zu erwarten sind, zeigt allein der Titel der Ausstellung: “Die Wismut GmbH: Bergbau.Kunst.Sanierung.“ Mehr als 40 Jahre lang wurde in Sachsen und Thüringen Uranerz abgebaut, ein effektiver Bergbau mit einer Stammbelegschaft von rund 45.000 Beschäftigten bildete sich heraus. In den 45 Jahren seiner Existenz produzierte die Wismut bis 1990 ca. 231.000 Tonnen Uran und war damit hinter der UdSSR, den USA und Kanada der viertgrößte Uranproduzent der Welt. Ein Teil der Ausstellung widmet sich dabei der Kunstsammlung des Unternehmens. Zahlreiche, auch kritische Arbeiten, die durch die Wismut aufgekauft und ausgestellt wurden, vielfach aber auch in Archiven verschwanden, werden im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kunst auf Schloß Voigtsberg“ gezeigt. Seit Anfang der 1990er Jahre hat die Wismut GmbH mit großem Aufwand viele Kunstwerke, die bis 1989 vorwiegend von der sowjetisch-deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut beauftragt oder angekauft wurden und sich in den verschiedenen Betrieben, Ferienheimen und Kureinrichtungen befanden, im Unternehmensarchiv gesichert und in einer Sammlung vereint.

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Über die Nicht-Wiederholung tradierter Formate und das Öffnen zur Welt

Franciska Zólyom, ein Frau stellt sich in Nachfolge

Seit dem 1. Januar ist Franciska Zólyom neue Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig und tritt damit die Nachfolge von Barbara Steiner an, die die Kunstinstitution 10 Jahre geleitet hat. Der Stiftungsrat der GfZK folgte damit dem Vorschlag der neunköpfigen Findungskommission, die sich einstimmig für Franciska Zólyom aussprach. Was wird den Besucher der GfZK unter der neuen Leitung erwarten? Gibt es einen spezifischen Leipzig Bezug und werden neue bauliche Investitionsmaßnahmen realisiert? In einem Gespräch mit Franciska Zólyom sind wir diesen Fragen nachgegangen. Von Silvana Wagner

Kunstausstellungen, vor allem internationale, sind immer langfristig geplant. Deshalb läuft noch bis Sommer das Ausstellungsprogramm von Barbara Steiner. Die erste Präsentation von Franciska Zólyom wird eine Kooperation mit dem FZML, dem Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig e.V., sein und sich mit bis heute relevanten wirkungs­ästhetischen Fragestellungen von John Cage beschäftigen. Weiterlesen

Das Museum für Druckkunst Leipzig auf der drupa 2012

Vom 03. – 16. Mai findet in Düsseldorf turnusgemäß alle vier Jahre die drupa statt – die Internationale Fachmesse für Druck, Vorstufe, Buchbinderei, Druckverarbeitung und Papierverarbeitung. Wie in den Jahren 2004 und 2008 nimmt das Museum für Druckkunst Leipzig an dieser bedeutenden Branchenmesse teil. Aus diesem Anlass haben wir um ein Interview mit Frau Dr. Susanne Richter gebeten, der Direktorin des Museums, die auf der drupa für Ihr Haus und somit auch für die Stadt Leipzig mit ihrer langen Tradition als Buch- und Verlagsstadt wirbt. Denn Leipzig wird international noch immer als Grafik- und Buchstadt geschätzt, auch wenn in den letzten Jahren ein starker Abbau in diesen Bereichen sowie im Verlagswesen eingetreten ist.
In der nachfolgenden Darstellung haben wir das Gespräch mit Frau Dr. Richter zusammengefasst. Weiterlesen

Kulturhaus Leuna: Lyrik von Wilhelm Bartsch

Ausstellung „Moritz Götze – Idyllen und Katastrophen“

2011 erschienen Wilhelm Bartschs mitteldeutschen Gedichte. Mit dem Gedichtband „Die alte Marke Wanderer“ folgen seine lyrischen Reisen in den Rest der Welt. Erdgebunden, deftig und mit hintersinnigem Witz. Der Gedichtband wurde von Moritz Götze Illustriert.
Der Lyriker und Prosaautor Wilhelm Bartsch, am 2. August 1950 in Eberswalde/Brandenburg geboren, ist seit 1983 als freiberuflicher Schriftsteller in Halle an der Saale zuhause. Wilhelm Bartsch unternahm zahlreiche Studienreisen u.a. nach Syrien, Frankreich, Italien, USA, Lappland, Irland und auf den Balkan. Der Autor, seit 1993 Mitglied des Internationalen P.E.N., bekleidete zwischen· 1993 und 1994 das Amt des Stadtschreibers von Halle, 1997 gewann er den Literaturpreis der Stadt Wolfen, 2000 den Walter-Bauer-Preis der Städte Leuna und Merseburg und 2007 den Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt. Seit 2011 ist Wilhelm Bartsch Sekretär der Klasse Literatur und Sprachpflege der Sächsischen Akademie der Künste. Weiterlesen

Museum für Elektrotechnik Erfurt e.V. muss umziehen

Der Verein Thüringer Museum für Elektrotechnik wurde am 15. September 1990 gegründet. Der industrielle Umbruch zu dieser Zeit führte zur Gefahr, dass viele Maschinen, Ausrüstungen, Technologien und Dokumentationen unwiederbringlich verloren zu gehen drohten. Weiterlesen

Jahresausstellung Künstlergut Prösitz in der Klosterkirche Grimma

Seit 19 Jahren finden im Künstlergut Prösitz, gelegen an der Autobahn A14 zwischen Dresden und Leipzig, in nächster Nachbarschaft zur sächsischen Hauptstadt und zur Messestadt, jeweils in den Sommermonaten Arbeitswochen für Bildhauerinnen und raumbezogen arbeitende Künstlerinnen statt. Getragen vom Engagement des Kunstvereins Künstlergut Prösitz und unterstützt durch die Förderung des Kulturraumes Leipziger Raum, anderer öffentlicher Träger und vieler privater Sponsoren konnte in den letzten Jahren der Dreiseithof mit Künstlerhaus und Atelierhaus weitgehend saniert werden, so dass für die Symposien Räume in Ateliers, im Hof und in der Scheune ebenso zur Verfügung gestellt werden können, wie auch Werkzeuge und vielfältiges Material (Stein, Holz, Ton, Ziegel, Weidenruten, moderne Medien usw.). Weiterlesen