Leipzig: „Das Rheingold“ von Richard Wagner, Premiere 04.05.2013

«Falsch und feig ist, was dort oben sich freut», klagen die Rheintöchter, als die Götter­familie endlich stolz geschwellter Brust mit ihren noch originalverpackten Möbeln ins neu errichtet Eigenheim einzieht.  Zu Frickas Überraschung nennt Wotan die mit Ach und Krach bezahlte Burg „Walhall“. Alberich bleibt verletzt und beraubt ein Platz irgendwo im Untergrund. Loge blickt der göttlichen Familienprozession sinnend hinterher: „Fast schäm‘ ich mich, mit ihnen zu schaffen!“ Während dieses momentanen Aufstiegs, zu dem das Gewandhausorchester musikalisch wie entfesselt und donnernd auftrumpfend spielt, passiert dann ein solches suggestives Moment, auf das ich in den 160 Vorstellungsminuten wartet. Man hört und ahnt, dass der Aufstieg den  Abstieg bedeutet. Weiterlesen

„eigensinnige inseln. künstler der tessenow garagen“

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Aktuelle Ausstellung im Forum Gestaltung in Magdeburg vom 21. Feb bis 2. Mai 2014

Gezeigt werden Arbeiten von Marc Haselbach, Sebastian Herzau, Ricarda Hoop, Kunstfiktion (Marco Antonio Gutiérrez Alfaro), Andrea Löhrke, Oliver Scharfbier und Christopher John Smith (England). //// Weitere Informationen: Forum Gestaltung Magdeburg
Kurator: Norbert Eisold
Anlässlich der Ausstellung entstand folgender Text:

Ricarda Hoops zeichnerische Obsession …

In der bildenden Kunst waren Landschaften, vor allem romantische Idyllen, oft inszenierte Weltbilder des Wunschdenkens der Menschen. Es ging um die imaginäre Kraft der Idealisierung der Umwelt und den damit verbundenen äußeren Diskurs. Gleichnishaft wurden die Sehnsüchte in die Landschaften impliziert. Adäquat findet man das, seit dem 15. Jahrhundert, im Sujet des Interieurs und des Stillebens wieder. Anfänglich ergänzte das Interieur das Abbild des Menschen und illustriert die darstellerische Erzählung. Vor allem das sich entwickelnde wohlhabende Bürgertum zeigte gesteigertes Interesse an Allegorien und idealisierten Darstellung des Raums. Nur wenige Künstler setzten das Interieur ins Zentrum ihrer künstlerischen Reflektion und mitunter waren es, wie bei Rudolf von Alts (1815 –1905), eher dem Prestigedenken der Auftraggeber unterworfene künstlerische Ergebnisse. Erst Impressionisten, wie Vincent van Gogh (1853-1890), entdeckten in der Darstellung des Interieurs die Vielfalt an Möglichkeiten des Themas. Im Expressionismus, der experimentellen Fotografie und in den Collagen der Dadaisten fand der private und individuelle Raum, die Wohnung, die Reflexionsfläche des Menschen, seine Dritte Haut sozusagen, die künstlerische Entsprechung und erlangte eine metaphysische Dimension. Weiterlesen

Leipzig und Wien: Beethoven-Plastik und Beethoven-Fries

„Nein“, sagt der Aufsichtsführende leise, „sie fotografieren hier nicht“.

Der Aufsichtsführende ist der einzige Mensch, den ich im untersten Ausstellungsraum der Wiener „Secession“ treffe, nachdem ich in dem weltberühmten Kunsttempel über eine schmale Stiegen in den Keller gelangt bin. Hier unten ist der von Gustav Klimt geschaffene legendäre Wandfries im Original zu sehn. Vor zehn Jahren hatten viele kluge Leute in Leipzig seinen Namen im Mund geführt, als es um den dortigen Museumsneubau und den nicht ganz freiwilligen Umzug von Max Klingers Beethoven-Plastik vom Gewandhaus in den neuen Standort am Sachsenplatz ging. Weiterlesen

Sächsischer Staatspreis für Design: Anmeldeschluss am 3. August 2012

Noch bis zum 3. August können sich Kreative um den „Staatspreis für Design 2012“ bewerben. Insgesamt sind Preisgelder in Höhe von 50.000 Euro ausgelobt. Zielgruppe des Preises sind kleine und mittlere sächsische Unternehmen als Auftraggeber sowie Designer und Gestalter.

Bis heute sind in den drei Kategorien Produkt-, Kommunikations- und Nachwuchsdesign 121 Bewerbungen eingegangen. Damit liegt die Resonanz höher als bei der Auslobung des Sächsischen Staatspreises für Design 2009. Weiterlesen

„Er ist für alle Genres offen…“ Zum Geburtstag des Leipziger Künstlers und Galeristen Siegfried Stubenrauch

Laudatio von Grit-Ute Zille zur Eröffnung einer Personalausstellung am 4. Mai 2013

Lieber Siggi, liebe Freunde, liebe Gäste !

Es freut mich sehr, einige Worte zur Eröffnung deiner Ausstellung, lieber Siggi, sagen zu dürfen !

Ich werde mich jetzt nicht kunst- theoretisch zu Siggis Arbeiten äußern, das ist nicht mein Metier, sondern ich tue das aus meiner persönlichen Sicht: Ich mag Siggi, ich mag seine Arbeiten – und so geht es sicher den meisten in diesem Kreis, deswegen sind wir heute alle hier, lieber Siggi!

Es ist insofern eine besondere Ausstellung, da du diesmal DEINE Arbeiten zeigst.
Wir kennen Siggi Stubenrauch alle als Künstler UND Ausstellungsmacher, letzteres meist für andere, für Kollegen. Weiterlesen

Zwischen Bergbau, Kunst und Sanierung

Wismut-Schau ab 24. März auf Schloss Voigtsberg

Unumstritten sind sie ja beileibe nicht: die Kunstbestände der Wismut gelten als größte Unternehmenssammlung in Deutschland. Dass allerdings mehr als ideologisch geprägte Kunstwerke ab 24. März auf Schloss Voigtsberg zu erwarten sind, zeigt allein der Titel der Ausstellung: “Die Wismut GmbH: Bergbau.Kunst.Sanierung.“ Mehr als 40 Jahre lang wurde in Sachsen und Thüringen Uranerz abgebaut, ein effektiver Bergbau mit einer Stammbelegschaft von rund 45.000 Beschäftigten bildete sich heraus. In den 45 Jahren seiner Existenz produzierte die Wismut bis 1990 ca. 231.000 Tonnen Uran und war damit hinter der UdSSR, den USA und Kanada der viertgrößte Uranproduzent der Welt. Ein Teil der Ausstellung widmet sich dabei der Kunstsammlung des Unternehmens. Zahlreiche, auch kritische Arbeiten, die durch die Wismut aufgekauft und ausgestellt wurden, vielfach aber auch in Archiven verschwanden, werden im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kunst auf Schloß Voigtsberg“ gezeigt. Seit Anfang der 1990er Jahre hat die Wismut GmbH mit großem Aufwand viele Kunstwerke, die bis 1989 vorwiegend von der sowjetisch-deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut beauftragt oder angekauft wurden und sich in den verschiedenen Betrieben, Ferienheimen und Kureinrichtungen befanden, im Unternehmensarchiv gesichert und in einer Sammlung vereint.

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Über die Nicht-Wiederholung tradierter Formate und das Öffnen zur Welt

Franciska Zólyom, ein Frau stellt sich in Nachfolge

Seit dem 1. Januar ist Franciska Zólyom neue Direktorin der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig und tritt damit die Nachfolge von Barbara Steiner an, die die Kunstinstitution 10 Jahre geleitet hat. Der Stiftungsrat der GfZK folgte damit dem Vorschlag der neunköpfigen Findungskommission, die sich einstimmig für Franciska Zólyom aussprach. Was wird den Besucher der GfZK unter der neuen Leitung erwarten? Gibt es einen spezifischen Leipzig Bezug und werden neue bauliche Investitionsmaßnahmen realisiert? In einem Gespräch mit Franciska Zólyom sind wir diesen Fragen nachgegangen. Von Silvana Wagner

Kunstausstellungen, vor allem internationale, sind immer langfristig geplant. Deshalb läuft noch bis Sommer das Ausstellungsprogramm von Barbara Steiner. Die erste Präsentation von Franciska Zólyom wird eine Kooperation mit dem FZML, dem Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig e.V., sein und sich mit bis heute relevanten wirkungs­ästhetischen Fragestellungen von John Cage beschäftigen. Weiterlesen

Malerei im Kontext mit Lyrik und Musik

Mankmußer Maler ab 1. Juni in Wittstock zu erleben

Am 1. Juni öffnet die Galerie in der Marktgasse 11 wieder ihre Türen für eine neue Ausstellung. Zu dieser Vernissage erwarten den Besucher diesmal farbintensive und sinnliche Malerei, heitere Musik von jungen Musikern und Worte der Poesie. Der Hamburger Künstler Harms Bellin, mit Wohnsitz in Mankmuß (Gemeinde Karstädt)gewährt Einblick in ein außergewöhnliches, mitunter archaisches Werk und zeigt überwiegend großformatige Harz-Ölmalerei. Weiterlesen

Kulturhaus Leuna: Lyrik von Wilhelm Bartsch

Ausstellung „Moritz Götze – Idyllen und Katastrophen“

2011 erschienen Wilhelm Bartschs mitteldeutschen Gedichte. Mit dem Gedichtband „Die alte Marke Wanderer“ folgen seine lyrischen Reisen in den Rest der Welt. Erdgebunden, deftig und mit hintersinnigem Witz. Der Gedichtband wurde von Moritz Götze Illustriert.
Der Lyriker und Prosaautor Wilhelm Bartsch, am 2. August 1950 in Eberswalde/Brandenburg geboren, ist seit 1983 als freiberuflicher Schriftsteller in Halle an der Saale zuhause. Wilhelm Bartsch unternahm zahlreiche Studienreisen u.a. nach Syrien, Frankreich, Italien, USA, Lappland, Irland und auf den Balkan. Der Autor, seit 1993 Mitglied des Internationalen P.E.N., bekleidete zwischen· 1993 und 1994 das Amt des Stadtschreibers von Halle, 1997 gewann er den Literaturpreis der Stadt Wolfen, 2000 den Walter-Bauer-Preis der Städte Leuna und Merseburg und 2007 den Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt. Seit 2011 ist Wilhelm Bartsch Sekretär der Klasse Literatur und Sprachpflege der Sächsischen Akademie der Künste. Weiterlesen

Jahresausstellung Künstlergut Prösitz in der Klosterkirche Grimma

Seit 19 Jahren finden im Künstlergut Prösitz, gelegen an der Autobahn A14 zwischen Dresden und Leipzig, in nächster Nachbarschaft zur sächsischen Hauptstadt und zur Messestadt, jeweils in den Sommermonaten Arbeitswochen für Bildhauerinnen und raumbezogen arbeitende Künstlerinnen statt. Getragen vom Engagement des Kunstvereins Künstlergut Prösitz und unterstützt durch die Förderung des Kulturraumes Leipziger Raum, anderer öffentlicher Träger und vieler privater Sponsoren konnte in den letzten Jahren der Dreiseithof mit Künstlerhaus und Atelierhaus weitgehend saniert werden, so dass für die Symposien Räume in Ateliers, im Hof und in der Scheune ebenso zur Verfügung gestellt werden können, wie auch Werkzeuge und vielfältiges Material (Stein, Holz, Ton, Ziegel, Weidenruten, moderne Medien usw.). Weiterlesen