Zwischen Bergbau, Kunst und Sanierung

Wismut-Schau ab 24. März auf Schloss Voigtsberg

Unumstritten sind sie ja beileibe nicht: die Kunstbestände der Wismut gelten als größte Unternehmenssammlung in Deutschland. Dass allerdings mehr als ideologisch geprägte Kunstwerke ab 24. März auf Schloss Voigtsberg zu erwarten sind, zeigt allein der Titel der Ausstellung: “Die Wismut GmbH: Bergbau.Kunst.Sanierung.“ Mehr als 40 Jahre lang wurde in Sachsen und Thüringen Uranerz abgebaut, ein effektiver Bergbau mit einer Stammbelegschaft von rund 45.000 Beschäftigten bildete sich heraus. In den 45 Jahren seiner Existenz produzierte die Wismut bis 1990 ca. 231.000 Tonnen Uran und war damit hinter der UdSSR, den USA und Kanada der viertgrößte Uranproduzent der Welt. Ein Teil der Ausstellung widmet sich dabei der Kunstsammlung des Unternehmens. Zahlreiche, auch kritische Arbeiten, die durch die Wismut aufgekauft und ausgestellt wurden, vielfach aber auch in Archiven verschwanden, werden im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kunst auf Schloß Voigtsberg“ gezeigt. Seit Anfang der 1990er Jahre hat die Wismut GmbH mit großem Aufwand viele Kunstwerke, die bis 1989 vorwiegend von der sowjetisch-deutschen Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut beauftragt oder angekauft wurden und sich in den verschiedenen Betrieben, Ferienheimen und Kureinrichtungen befanden, im Unternehmensarchiv gesichert und in einer Sammlung vereint.

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Dabei besitzen viele Werke authentische Züge des prägenden Uranerzbergbaus in Sachsen und Thüringen. Sie spiegeln gleichzeitig zeitgeschichtliche Aspekte des Lebens in der DDR und ihrer (Kultur-) Politik wider. Mit der Kunstsammlung gerät die Wismut mit ihren betrieblichen, parteilichen und gesellschaftlichen Strukturen in den Blickpunkt. Aus den Beständen ragen Landschaftsdarstellungen oft mit übertägigen Bergbauanlagen, untertägige Szenen und Arbeiterporträts heraus. Zahlreiche namhafte Künstler wie Lutz Rudolph Ketscher, Siegfried Otto Hüttengrund, Werner Petzold sind ebenso wie Bernhard Heisig, Werner Tübke, Willi Sitte oder Heinz Plank vertreten. Ein weiterer Teil der Ausstellung, die fast das gesamte Untergeschoss der historischen Burganlage umfassen wird, zeigt einen kurzen Abriss der Geschichte sowie die seit 1991 bis heute andauernde Rekultivierung der Landschaften durch die Wismut GmbH. Etwa 5,7 Mrd. Euro sind seither in die Stilllegung der Bergwerks- und Aufbereitungsanlagen und in die Sanierung der kontaminierten Betriebsflächen in Sachsen und Thüringen geflossen. Nach über 20 Jahren Sanierung blickt man mit Stolz auf sanierte Landschaften, die wieder Perspektiven für eine gefahrlose Nachnutzung bieten und so Chance für einen Neubeginn darstellen.

Der Ausstellungsort wurde bewusst gewählt, war doch Schloss Voigtsberg zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert neben Amtssitz auch Bergamt. Dieses war seit 1674 zugleich als kurfürstliches und hochfürstliches Bergamt als auch gemeinsames Kommunbergamt für das gesamte sächsische Vogtland zuständig und zeigt auch mit dem „Mineraliengewölbe“ im Burgkeller einen weiteren Anknüpfungspunkt, die Armerzhalde in Zobes (hier sind auch Stücke im Gewölbekeller zu sehen) wurde bereits erfolgreich durch die Wismut GmbH saniert.

Ab 24. März ist die Sonderexposition im vogtländischen Schloss Voigtsberg jeweils Dienstag-Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr zu besichtigen, bereits am 23. März wird die Vernissage zur Ausstellung stattfinden.

Für Informationen steht Museum Schloß Voigtsberg unter Telefon 03 74 21 – 72 94 84 oder museum@schloss-voigtsberg.de zur Verfügung oder
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